Befragung von Gemeinderatskandidaten zum Thema Radverkehr
Befragt wurden alle Kandidaten der fünf Parteien, die im bisherigen Stadtrat in Fraktionsstärke vertreten sind.
1. die Ergebnisse zusammengefasst je Partei
Hinweis: Jede abgegebene Stimme kommt zunächst der Partei zugute, welcher der gewählte Kandidat angehört. Zumeist wird im Gemeinderat und in den Ausschüssen in den Fraktionen einheitlich abgestimmt. Die Auswahl der Partei ist daher letztlich wichtiger als die Auswahl einzelner Personen.
CDU SPD Bündnis 90 / Grüne Freie Wähler FDP
Wieviel der 60 Kandidaten antworteten?
20 22 39 22 16
Davon unter den ersten zehn Plätzen
3 6 10 5 4
Davon solche Antworten, die nur einen allgemeinen Text entgielten und nicht auf die einzelnen Fragen eingingen
4 1 0 1 1
Differenzen entstehen dadurch, dass nicht jeder Kandidat auf jede Frage antwortete.
1. Wann und wo sind sie zum letzten Mal in Stuttgart Rad gefahren? Wir leiteten aus den Antworten ab, wie viele der Kansidaten in der letzten Woche Rad gefahren sind und gehen davon aus, dass diese Kandidaten insgesamt häufig per Rad unterwegs sind:
6 von 16 9 von 17 32 von 39 9 von 21 8 von 15
2. Wo ist Ihrer Meinung nach die größte Lücke im Stuttgarter Radverkehrsnetz?
Eine Auswertung der Frage ist schwierig, da die Antworten sehr unterschiedlich sind. Häufig genannt wurden überall ("immer dort, wo man gerade ist"), Innenstadt, Neckar, Verbindung zwischen Innenstadt und Degerloch.
3. Was sind Ihrer Meinung nach die 5 wichtigsten Verkehrsprojekte, die in Stuttgart anstehen? Wir haben nachgeschaut, wer dabei mindestens ein Radverkehrsprojekt genannt hat:
2 von 15 8 von 19 29 von 36 0 von 20 6 von 14
4. Vor fünf Jahren verabschiedete der Gemeinderat das 10-Punkte-Programm zur Förderung des Radverkehrs.
A. Ist die mittelfristige/langfristige Erhöhung von 7% auf 12% /20% Radverkehrsanteil auch Ihr Ziel? Wurde nahezu einhellig mit "ja" beantwortet.
B. Sind Sie zufrieden mit dem, was der Gemeinderat mit dem Programm bewirkt hat?
5 ja, 5 nein 1 ja, 16 nein 1 ja, 30 nein 13 ja, 4 nein 1 ja, 7 nein
5. Glauben sie, dass Handel und Handwerk dadurch gefördert werden können, dass der Privatverkehr vermehrt ohne Kfz durchgeführt wird?
(s. Fußnote*)
2 ja, 11 nein 12 ja, 4 nein 31 ja, 5 nein 2 ja, 19 nein 2 ja, 9 nein
6. Eine gute Öffentlichkeitsarbeit ist ein wichtiger Baustein, den Radverkehrsanteil zu steigern. Sind Sie daher dafür, einen separaten Haushaltsarbeitstitel Öffentlichkeitsarbeit Radverkehr einzuführen?
5 ja, 8 nein 15 ja, 4 nein 16 ja, 14 nein 14 ja, 5 nein 5 ja, 5 nein
Wie hoch sollte dieser Etat sein (Hierauf gab es nur wenige Antworten)
10000 50.000 - 200.000 50.000 - 150.000 - 10.000 - 250.000
7. Halten Sie die Arbeit gemeinnütziger Vereine, die den Radverkehr fördern – z.B. den ADFC – für wichtig und werden Sie diese Arbeit unterstützen?
Wurde einhellig mit "ja" beantwortet
8. Die Radverkehrspauschale beträgt im laufenden Doppelhaushalt der Stadt Stuttgart 500.000 € / Jahr.
A. Halten Sie diese Summe für ausreichend, um die Ziele des 10-Punkte-Programmes zu erreichen?
7 ja, 4 nein 1 ja, 17 nein 36 nein 17 ja 4 ja, 8 nein
B. wenn nein: Wie hoch sollte der Radverkehrsetat Ihrer persönlichen Meinung nach sein?
750.000 bis 1.000.000 750.000 bis 2.500.000 600.000 bis 4.000.000 - 600.000 bis 1.000.000
(2 Nennungen,
im Mittel 875.000)
(15 Nennungen,
im Mittel 1.757.000)
(13 Nennungen,
im Mittel 1.742.000)
  (5 Nennungen,
im Mittel 810.000)
Die Fragen ab 9. waren je Stadtbezirk unterschiedlich. In der Regel eine davon bezog sich auf die Einführung von Tempo 30 (oder 40) auf einer mittelgroßen Straße, z.B.:
Befürworten Sie in mittelgroßen Straßen wie der ..., die Geschwindigkeit der Kfz auf 30 (oder 40) km/h zu reduzieren, um ein besseres Miteinander von motorisierten und nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmern zu ermöglichen?
3 ja, 10 nein 16 ja, 1 nein 37 ja 10 ja, 9 nein 3 ja, 9 nein
Eine weitere Frage bezog sich auf die Bereitstellung zusätzlicher Haushaltsmittel für ein relativ kostspieliges Projekt, etwa:
Befürworten Sie, dass die Stadt zusätzliche Haushaltsmittel bereitstellt, um einen ausreichend breiten Radweg ... zwischen ... und ... zu bauen?
5 ja, 5 nein 18 ja 31 ja, 6 nein 13 ja, 6 nein 11 ja, 2 nein
Bei den sonstigen  Fragen stand häufig ein Flächenproblem im Vordergrund, d.h. es müsste dem Kfz-Verkehr Verkehrsfläche oder Stellfläche entnommen werden, um sie für den Radverkehr nutzen zu können:
3 ja, 4 nein 14 ja, 2 nein 34 ja, 4 nein 3 ja,  11 nein 7 ja, 3 nein
* Bei dieser Frage gab es etliche Missverständnisse. Antworten wie "Kommt Ihr Handwerker mit dem Rad?" oder "Der Einkauf per Fahrrad geht für rüstige Leute, die auch nicht allzuviel einkaufen müssen. Für alle anderen ist das keine Lösung" zeigen, dass die Frage nicht richtig verstanden wurde. Wir wollen sie daher im Nachhinein etwas erläutern:
Es wird häufig ein Gegensatz aufgebaut, dass es ein Nachteil für Handel und Handwerk wäre, wenn man den Radverkehr fördert und dabei möglicherweise Nachteile für den Autoverkehr in Kauf nimmt (z.B. Stellplätze vor Geschäften).
Wir gehen jedoch davon aus, dass dies so nicht zutrifft.
1. Wenn es gelingt, mehr privaten Autoverkehr durch Radverkehr zu ersetzen, so bleibt denjenigen, die auf das Kfz angewiesen sind, mehr Raum.
2. Die wohnortnahen Geschäfte (in den Stadtteilzentren) profitieren davon, wenn weniger Menschen mit dem Auto auf die "grüne Wiese" fahren. Davon profitieren widerum die Menschen, die kein Auto haben (z.B. Senioren) und die Stadtteilzentren werden belebt.
3. Es schadet der Wirtschaft nicht, wenn die Menschen weniger Geld für Auto und Benzin ausgeben, da ihnen dadurch mehr Geld für andere Anschaffungen oder Dienstleistungen zur Verfügung steht. Dieses Geld wird widerum wohnortnah ausgegeben.